den

22.

Dezember

Bis zum Altertum
Wir können sagen, dass Málaga und seine Umgebung seit der Frühgeschichte besiedelt waren, was unter anderem durch bedeutende Wandmalereien, die Dolmen in Antequera, sowie Höhlen wie die von La Pileta und Nerja belegt ist.

Die Stadt Málaga findet Eingang in die Geschichte mit der Ankunft der phönizischen Seeleute an ihren Küsten, auch wenn es hier vielleicht sogar schon eine iberische Siedlung gegeben hatte.

Die Phönizier sind es, die im 8. Jahrhundert an der Mündung des Río Guadalhorce die Kolonie Malaka gründen. Diese semitischen Händler leiteten eine fieberhafte Suche nach den natürlichen Reichtümern der Region ein, und damit eine Zeit der Erkundung unserer Geografie und seiner Bewohner.

In jenen ersten Kontakten liegt der Ursprung einer Reihe von Legenden, wahre Rätsel unserer entferntesten Vergangenheit, aus denen die Mythen von Tartessos und der griechischen Kolonie Mainake herausragen.

PHÖNIZIER, PUNIER UND IBERER IN MÁLAGA

Sehr nahe bei Malaka gründen die Griechen eine Kolonie namens Mainake, die von den Karthagern zerstört wurde, welche das Gebiet bis 206 v. Chr. beherrschten. Möglicherweise gab es eine Reihe von wirtschaftlichen Gründe, die die phönizischen Seeleute dazu brachten, zahlreiche Kolonien an der Küste der Region Málaga zu errichten; zu diesen Gründen gehörte unter anderem der Reichtum an Holz für die Verwendung in den Schmelzöfen.

Unter den wirtschaftlichen Aktivitäten dieser Kolonien ist besonders die Fischereiwirtschaft zu erwähnen, die zur Herstellung von Purpur und von Pökelfisch diente; außerdem wurden sogar Münzen geprägt. Unsere Region stellt eine Grenzregion zwischen zwei Welten dar: den Siedlern an der Küste und den Iberern im Landesinneren.

In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts vollzieht sich der Übergang zwischen den so genannten phönizischen und punischen Epochen, und die meisten phönizischen Kolonien unserer Küste werden aufgegeben. Die Eroberung von Tyros durch Nebukadnezar im Jahre 573 machte Karthago zur Erbin des phönizischen Handels. Die Punier aus Karthago schufen ein ganzes Handelsimperium, in dem die Südküste Spaniens eine herausragende Rolle spielte.

In der Zeit von Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. bis zum Zeitenwechsel wird das Gebiet um Málaga von zwei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen besiedelt: die Bewohner des Küstengebiets, Libyophönizier genannt, und die des Landesinneren, die wir Indigene, Iberer oder Turdetanen nennen können. Diese Siedlungen wurden Anfang des zweiten Jahrhunderts rasch von den Römern eingenommen, und die bedeutendsten von ihnen verwandelten sich in echte Städte mit einer gewissen Autonomie, doch immer unter der aufmerksamen Kontrolle der Römer.

DIE RÖMISCHE EROBERUNG UND DIE NEUORDNUNG DES TERRITORIUMS

In den letzten Jahren des dritten Jahrhunderts vor Christus kamen die Römer in die Region, um gegen die Karthager zu kämpfen. Der römische Sieg bedeutete deren dauerhafte Anwesenheit im Land und demzufolge die Eingliederung des gesamten Gebiets in den Einflussbereich Roms.

Die Neuankömmlinge vereinten die Bewohner der Küste und des Landesineren unter der gemeinsamen römischen Herrschaft; viele Italiker ließen sich in den vorhandenden Städten nieder, beuteten die natürlichen Ressourcen aus und brachten eine neue Sprache mit, das Latein, sowie Sitten und Gebräuche, die das Leben der ursprünglichen Siedler veränderten.

Die Jahre nach der Ankunft der Römer und der anschließenden Vertreibung der Karthager veränderten das Bild der Region erheblich. Im Jahre 197 vor Christus war das sevillanische Territorium theoretisch in zwei Provinzen geteilt, und die Region um Málaga gliederte sich, wie alle Gebiete des Südens, der Provinz Hispania Ulterior an.

Die Besetzung einzelner Gebiete durch die Römer trug zu einer raschen Verbreitung ihrer Vorstellungen und Ideen bei und brachte zugleich als Ergebnis eine sozioökonomische Diversifikation und Differenzierung. Es liegt auf der Hand, dass sich dies alles in den Städten widerspiegelte, auch wenn die Neuordnung keinen völligen Bruch mit der vorherigen Tradition bedeutete.

DIE REGION MÁLAGA WÄHREND DER BLÜTEZEIT DES IMPERIUMS

Nach dem Fall der Republik und dem Aufkommen des neuen politischen Systems des Imperiums wurde die Region Málaga, die bereits seit zwei Jahrhunderten von den Römern besetzt war, administrativ auf die vier Gerichtssprengel (conventūs iuridici) verteilt, in die man die Provinz Baetica aufgliederte, die gerade erst durch Augustus geschaffen worden war.

Gleichzeitig erleichterten neue Verkehrswege und die Verbesserung der bestehenden den Bewohnern die Beziehungen zu anderen Gebieten. Málaga und weitere städtische Zentren der Region wuchsen und erhielten einen neuen Rechtsstatus. Im 1. Jahrhundert muss der Übergang von der verbündeten Stadt zu einer Gemeinde nach römischem Recht erwähnt werden. Dies spiegelte sich in der Lex Flavia Malacitana wider, die im Jahre 81 erlassen wurde, und von der man 1851 einen Teil im Gebiet von El Ejido in Málaga fand. Die Lex Flavia Malacitana bestand aus fünf Tafeln, auch wenn nur die Tafeln mit den Abschnitten 51 bis 69 gefunden wurden. Die Originale sind im Archäologischen Nationalmuseum in Madrid aufbewahrt, und eine Kopie davon befindet sich im Plenarsaal des Rathauses von Málaga.

Der wichtigste Bereich der römischen Stadt lag in der Umgebung des Hügels der Alcazaba, wo es einen Triumphbogen, ein römisches Theater und Mosaike gab, von denen noch Überreste erhalten sind.

Was die gesellschaftlichen Aspekte wie das geistige Leben betrifft, so gab es einige Differenzen als Folge der ethnischen Vielfalt. In wirtschaftlicher Hinsicht beruhte der Reichtum des Gebiets im Wesentlichen auf der Landwirtschaft im Landesinneren und auf dem Fischreichtum der Küstengewässer. Unter den Produkten Málagas, die zu Ruhm gelangten, ist besonders das garum zu erwähnen.

DAS BYZANTINISCHE KAISERTUM. MÁLAGA UNTER DER HERRSCHAFT DER BYZANTINER UND DER WESTGOTEN

Im Laufe des 3. und 4. Jahrhunderts fanden große Veränderungen statt, die nicht nur das politische oder das wirtschaftliche Leben betrafen, sondern bis in die Welt des Glaubens eindrangen. Zu diesen Veränderungen gehört auch der wachsende Einfluss des Christentums im Gebiet von Málaga.

Die Krise, die der Fall des römischen Imperiums hervorruf, schwächte die traditionelle politisch-administrative Struktur, innerhalb derer sich das Leben in Málaga über Jahrhunderte abgespielt hatte. In dieser neuen Situation gelangt die Region unter die Herrschaft von Byzanz, und während eines kurzen Zeitraums war Málaga die Hauptstadt des byzantinischen Territoriums namens Spania, bis die Byzantiner Anfang des 7. Jahrhunderts von den Westgoten vertrieben werden.

 
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