Erheblichen Einfluss auf die Bevölkerung Málagas des 16. und 17. Jahrhunderts hatte die Vertreibung der Morisken aus dem Königreich Granada, die gleich nach dem Ende des Kriegs der Alpujarras einsetzte, ebenso wie die negativen demografischen Faktoren. Zu letzteren gehörten die ständigen Rekrutierungen von Soldaten, die Epidemien, die Überschwemmungen durch den Río Guadalmedina und, wenn auch mit geringerem Einfluss, die Explosionen der Pulvermühlen.
Seit Beginn seines Ausbaus erwies sich der Hafen als Motor der Produktionswirtschaft, so dass sich Málaga schließlich zu einem bedeutenden Handelszentrum entwickelte, was den intensiven Exportverkehr seiner hoch geschätzten Produkte in die europäischen Länder erleichterte.
Die Besonderheit der Unternehmen Málagas bestand in der Ausbildung einer marktwirtschaftlich geprägten Landwirtschaft, deren einträgliche Ergebnisse dabei halfen, die Auswirkungen der Krise des 17. Jahrhunderts zu lindern. Wein und Rosinen waren die Produkte, die die Vorherrschaft unter den Exporten Málagas einnahmen, und daher die wichtigste Einnahmequelle bildeten. In der Textilbranche ragte die Seide heraus, deren Herstellung sehr eng mit den Morisken verbunden war.
Innerhalb der gesellschaftlichen Struktur erhöhte sich die Zahl der Aristokraten durch die Prozesse der "Refeudalisierung", und zwar mit Hilfe des Verkaufs von Herrschaftssitzen und der gleichzeitigen Beanspruchung der hohen Ämter, die mit der Aufnahme in den Adelsstand verbunden waren. Das Bauerntum und das einfache Volk bildeten die große Mehrheit, während sich der Aufstieg des Bürgertums bereits andeutete. Was die unteren Klassen betrifft, so sind besonders die Schaffung von Armenstipendien in den Außenvierteln und das Fortbestehen der Sklaverei zu erwähnen.
Die strategische Lage Málagas macht die Stadt und seine Küste zu Figuren auf dem politischen Schachbrett der Herrscherfamilie der Austria, welche die Stadt in ein wahres Waffenarsenal verwandelten. Die Gemeinde als wichtiger Regierungsstandort litt unter den Folgen der allgemeinen Korruption der Epoche durch den Verkauf von Ämtern und vor allem durch seine Unterwerfung unter die städtischen Oligarchien, die Usurpatoren der lokalen politischen Macht.
DIE INQUISITION IN MÁLAGA
In dieser Zeit hatte die Kirche Málagas das Netz der Pfarrbezirke und religiösen und wohltätigen Institutionen in der gesamten Diözese fast vollständig ausgebaut. Fray Alonso de Santo Tomás, eine polemische Persönlichkeit, spielte hierbei zweifellos eine Hauptrolle im Laufe dieses Jahrhunderts.
Die neue Religiosität des Volkes wurde in dem Aufschwung sichtbar, den die cofradías und Bruderschaften der Karwochenprozessionen erlebten, die im Bereich der wichtigsten Gotteshäuser entstanden waren. Die Jesuiten gründeten ihr Kolleg in Málaga im Jahre 1572 mit dem Ziel der Erziehung der Jugend. Es entstehen zahlreiche Stiftungen religiös-wohltätiger Art, wie das Kloster Santa Clara (1505), das Augustinerkolleg (1575) oder das Kloster der Barfüßigen Karmeliterinnen (1585).
Außerhalb der Stadtmauern wurden unter anderem das "Hospital Real de San Lázaro" (1491), das Kloster der Beschuhten Trinitarier (1491) und das Dominikanerkloster (1494) errichtet.
Der Oberste Rat der Inquisition dehnte seinen Einfluss mit der Zeit auf alle Gebiete aus, die der Krone gehörten. Hierfür bediente er sich der gefürchteten Bezirkstribunale. Eines davon hatte seinen Sitz in Granada, und unter seiner Rechtsprechung standen das Erzbistum Granada und die Bistümer Almería, Guadix und Málaga.
Die "schwarze Legende", geschürt durch die europäischen Länder, vermittelte lange Zeit ein unheilvolles Bild der Inquisition, das bis in die Gegenwart fortwirkt. Die Inquisition entstand zur Bekämpfung des Proselytismus' der judaizantes (zum Christentum konvertierten Juden), doch bald entwickelte sie sich zu einem Organismus für die Bewahrung der religiösen Einheit.
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