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29.

Dezember

Tipps und Infos für die Jobsuche
Wer sein Heimatland verlassen möchte, um auf Mallorca ein neue Arbeits zu finden, dem sei eindringlich gewarnt. „Wenn Sie eine Stelle in Deutschland haben, bleiben Sie bitte dort", rät Doris Stangier, seit acht Jahren professionelle Jobvermittlerin in Palma. „Es sieht wirtschaftlich überall schlecht aus, auch auf der Insel."

Eines vorab - Spanisch lernen ist ein Muss!

Wer sich trotz der negativen Prognosen nicht abschrecken lässt oder schon auf die Insel gezogen ist, dem bieten sich im Prinzip die gleichen Möglichkeiten bei der Jobsuche wie in Deutschland. Zum Beispiel Zeitungsinserate: Ein Blick in die Jobbörse der Mallorca Zeitung und in das spanische Anzeigenblatt „Trueque" lohnt sich. Auch die Stellenangebote des deutschsprachigen Senders „95,8 - Mallorca - das Inselradio" können eine Fundgrube sein.

Die spanische schriftliche Bewerbung besteht wie die deutsche auch aus zwei Teilen, dem Lebenslauf (Curriculum Vitae) und dem Anschreiben (Carta de Candidatura) - beides sollte kurz gefasst sein. Kopien von Zeugnissen und Arbeitsbescheinigungen werden nicht beigefügt. Ein Foto ist ebenfalls nicht erforderlich. In dem tabellarischen Lebenslauf sollten allerdings Referenzen angegeben werden sowie ein Hinweis, ob die genannte Person Spanisch spricht. Das empfiehlt die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg.

Weitere Möglichkeiten sind, sich beim örtlichen Arbeitsamt
(Inem) in der Abteilung SOIB registrieren zu lassen und im Internet zu suchen. Die meisten Seiten sind allerdings nutzlos. Ausnahmen sind zum Beispiel www.jobline.es , www.balearempleo.com oder www.infoempleo.es .  Auch Zeitarbeitsfirmen spielen eine Rolle auf dem Arbeitsmarkt. „Im Moment sucht ein Unternehmen im Telemarketing-Bereich einen deutschsprachigen Mitarbeiter", sagt eine Mitarbeiterin der Firma Randstad in Palma. Oft würden sie Rezeptionsjobs vermitteln, bei Autovermietungen oder am Flughafen. Der Jobsuchende zahlt keine Gebühren.

Eine Besonderheit bei der Stellenjagd in Spanien: Das Erfolgswort heißt „private Kontakte". Die meisten Jobs werden über Beziehungen besetzt.
Diejenigen, die keine haben, können sich von Personalberatern wie zum Beispiel Doris Stangier helfen lassen. Voraussetzung sind in jedem Fall Spanischkenntnisse. Auf Mallorca empfiehlt es sich sogar, drei Sprachen - Spanisch, Deutsch und Englisch in Wort und Schrift - zu beherrschen, so Doris Stangier.

Zwar seien die Arbeitsmarktlage und das Gehaltsniveau im Moment „unten". Dennoch hat sie gerade eine dreisprachige Person für ein Nettoeinkommen von 1.400 Euro vermittelt. „Das ist im Moment ein gutes Gehalt", sagt die Deutsche. „Noch vor zwei Jahren habe ich aus dem Vollen schöpfen und Personal für 2.000 Euro vermitteln können."
Heute hat sie „hochqualifiziertes Personal und zu wenig Firmen". Dennoch, in einigen Bereichen geht noch etwas, zum Beispiel Immobilienverkäufer. In dem Bereich wird allerdings zu 90 Prozent auf Provisionsbasis gearbeitet. Gesucht werden auch Sekretärinnen und Assistentinnen der Geschäftsleitung im mittleren und gehobenen Management.

Die potenziellen Arbeitgeber sind unter anderen Yachtbroker, Immobilienunternehmen, Rechtsanwälte und Hotels. „Im Moment läuft nicht viel, weil die Saison vorbei ist. Besser wird es ab Februar, wenn die Hotels umstrukturieren", erklärt Doris Stangier. Sie vermittelt Subdirektoren, Manager, Maître, Köche und Servicepersonal. Eine Besonderheit stellt die Suche nach Hauswirtschaftern dar. „Wenn ich Personal für die Anwesen von Promis und Vorstandsvorsitzenden auswähle, lasse ich mir ein polizeiliches Führungszeugnis der Kandidaten zeigen."

Um sich auf Mallorca ein neues Arbeitsleben aufzubauen und dabei nicht zu scheitern, rät Doris Stangier zu einer guten Vorbereitung. Dazu zählen nicht nur Spanischkenntnisse. Man sollte nicht Hals über Kopf alle Brücken zu Hause abbrechen, sondern sich eine Möglichkeit bewahren, zurückkehren zu können, wenn nötig. „Mallorca ist fantastisch, wenn man einen Arbeitsvertrag und ein regelmäßiges Gehalt hat", meint die Vermittlerin. „Mallorca kann aber auch knallhart sein, denn wenn man scheitert, gibt es kein soziales Auffangnetz."

Flexibilität ist bei der Jobsuche gefragt. Ein Handwerker zum Beispiel muss bereit sein, erst etwas anderes zu machen, bevor er seine Wunschstelle findet. Eine wichtige Eigenschaft ist auch Belastbarkeit, „denn die Anforderungen sind enorm hoch". Und damit meint Doris Stangier nicht nur die beruflichen. „Man muss sich bewusst machen, dass es sich um einen neuen Lebensabschnitt handelt. Es fehlen die Freunde. Den Druck muss man aushalten können."
 
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